Future for Kids-Gründer Dr. Otto Fischer ist vor kurzem aus Ruanda zurückgekommen. Müde, aber glücklich, mit einem riesigen Koffer voller Eindrücke und Erlebnisse. Hier erzählt er uns von seiner Reise:
Otto, wie oft fährst du nach Ruanda?
Wenn es geht, bin ich zweimal im Jahr vor Ort. Eine Ausnahme war nur die Pandemiezeit. Wenn ich alles seit der Gründung von Future for Kids zusammenrechne, war ich insgesamt eineinhalb Jahre in Ruanda.
Wie bereitest du die Reisen vor?
Das ist inzwischen ein Routineablauf. Flug buchen, alle Partner hier in Österreich und in Ruanda über meine Reise informieren und Themen sammeln, oft gilt es auch Sachspenden zu organisieren und mitzunehmen. Dies ist ein sehr spezieller Punkt, weil wir ja keine Logistik haben und daher alles in unserem Reisegepäck mitnehmen und Mehrgepäck privat bezahlen.
Was wir immer brauchen, sind saubere Kleider und Schuhe in gutem Zustand. Wegen des großen Aufwandes sammeln wir inzwischen jedoch nur noch gezielt nach Größen oder Art der Kleidung.
Wenn du ankommst …
… dann holt mich meistens mein Patenkind Jophride vom Flughafen ab. Die Fahrt von Kigali nach Musanze ist jedes Mal aufs Neue atemberaubend. Da stelle ich innerlich um von Europa auf Afrika.
Am nächsten Tag geht es dann los. Treffen mit Partnern, Besuch unserer Standorte, Gespräche mit MitarbeiterInnen, Projektmeetings. Ich nehme mir viel Zeit für persönliche Gespräche mit all unseren Teammitgliedern vor Ort. Dieses Mal war Teamentwicklung ein wichtiges Thema. Sie arbeiten mit unglaublichem Engagement als Volunteers. In der Begeisterung werden dann schon mal Grenzen überschritten. Ich sage immer, solange wir uns gemeinsam an einen Tisch setzen können und am Ende lachend aufstehen und weiterarbeiten, ist alles gut.
Und ich versuche, möglichst viele unserer 50 Waisenkinder persönlich zu treffen und schaue, wie es ihnen geht. Die allermeisten sind in gutem persönlichem Kontakt mit ihren Sponsoren, aber sie freuen sich wahnsinnig, wenn sie Besuch aus Österreich erhalten. Unsere Themen sind vielfältig: wie es in der Schule oder mit den Freunden geht, die Wohnsituation, die ersten beruflichen Erfolge und manchmal auch Misserfolge. Nachdem die meisten inzwischen junge Erwachsene sind, sprechen wir auch über Heiratspläne und Familiengründung.
Gibt es Neuigkeiten aus den Projekten?
Natürlich (lacht). Es ist ein fließender Prozess. Was gut läuft, versuchen wir zu stärken und auszubauen. Grundsätzlich bin ich sehr zufrieden mit den Projekten. Die positive Entwicklung unserer Schützlinge macht mich glücklich.
Wenn etwas nicht klappt, gibt es eine Fehleranalyse und Verbesserungsschritte. Wir sind eine kleine Organisation, unser Team arbeitet freiwillig ohne Bezahlung, das heißt nebenberuflich, aber wir bemühen uns, unsere Arbeit so professionell wie möglich zu erledigen. Es gibt ständig neue Ideen und viel Lust, die Projekte weiterzuentwickeln. Die limitierenden Faktoren sind die zeitlichen Ressourcen, und vor allem die Spendengelder.
Zurück in Österreich …
… ist glücklicherweise alles in Ordnung. Unser Team hält alles am Laufen, auch wenn ich nicht da bin. Aber ich bring mich schon gern auch wieder persönlich ein.
Und ich bin überaus dankbar, dass wir hier komfortabel und sicher leben dürfen. Da ist es für mich eine Selbstverständlichkeit, durch mein Engagement weniger privilegierte Menschen zu unterstützen.




